[MM] #BEASTMODE

MM? Micky Maus?

Fast richtig 😉

MM ist unsere Abkürzung für „Motivationsmontag“ und steht für Beiträge, die wir montags veröffentlichen, um euch für die kommende Woche zu motivieren!

Seid gespannt, was euch in Zukunft erwarten wird 🙂

 

#BEASTMODE

  • Strong Viking
  • Mudmasters
  • Mammutlauf

Das sind Namen, die vor Testosteron nur so strotzen.

Blut geleckt habe ich durch ein paar Bilder von Muskeln, Matsch und Hindernissen.

 

 

Anschließend hatte ich mich online mit zwei Freunden angemeldet. Und das schon Monate vorher, um einerseits den Early Bird Rabatt zu erhalten und anderseits um sich auf das kräftezehrende Spektakel frühzeitig vorzubereiten.

Schnell eine WhatsApp-Gruppe gegründet, in der wir uns täglich gepusht hatten und mit erzielten Leistungen im Training prollten. Motivationstechnisch genau das Richtige für mich. Da ich ein Fan von Statistiken bin, habe ich mir für die Laufeinheiten eine kostenlose App gedownloadet:

Viewranger (Infos und Downloadlink) empfinde ich als völlig ausreichend.

Die App zeichnet die Strecke, die ich in der Natur gelaufen bin, auf einer Karte auf. Dazu gibt es Geschwindigkeits-, Höhen- und Streckendiagramme.

Anfangs bestellte ich mir voller Vorfreude einen Fitnesstracker für das Handgelenk. Dieser sollte die Schritte und den Puls messen sowie die Uhrzeit anzeigen. Da es ein 20 € Produkt aus China war, war ich nicht nur ernüchtert, sondern auch stinksauer, weil das Ding nicht das tat, was es sollte. Zu Weihnachten muss ich mir wohl von meiner Frau ein vernünftiges Gerät wünschen.

Die Vorbereitung lief also auf Hochtouren und gemeinsam fieberten wir dem Tag entgegen, als es endlich das erste Mal auf die Piste gehen sollte.

 

Tag X nähert sich…

Voller Vorfreude schnell noch etwas „Hochwertiges“ wie Schwarzbrot und Bananen gefrühstückt und dann ab zum Strong Viking.

Auf einem alten Truppenübungsplatz der Bundeswehr dröhnte laute Musik über das komplette Gelände und gab die Richtung zum Start an. Angeheizt durch

  • das Adrenalin,
  • die Vorfreude,
  • knallende Bässe
  • und im Angesicht des ersten Hindernisses,
  • einer 3 Meter hohen Wand,

kam ich auf Betriebstemperatur. Im Startbereich angekommen wurden wir zusätzlich zum Pushing Beat von einem Animateur verbal angepeitscht bis das die Stimmung am Siedepunkt war.

Unter lautem Getöse der Massen fiel der Startschuss und das Abenteuer begann.

19 Km und 50 Hindernisse waren die Messlatte, um das Ziel bei Strong Viking, „Walhalla“, zu erreichen. Mal davon abgesehen, dass die Strecke zum größten Teil ein einziges Hindernis durch seine unzähligen Matschlöcher war, gab es schwierige und weniger schwierigere Hindernisse. Nach den ersten Hindernissen unterschied man sich nicht im Geringsten von einem Ork, der nach Mordor getrieben und unaufhörlich gepeinigt wurde.

Die Hindernisse, oder auch Obstacles genannt, waren unterschiedlichster Natur:

  • Wände hinaufklettern,
  • mit Schild und Hammer wie die Berserker einen Abschnitt im Gewaltmarsch vollziehen,
  • durch dunkle Löcher voller Kälte kriechen,
  • sinnlos Baumstämme hinter sich herziehen,
  • hangeln,
  • springen,
  • schleppen
  • und natürlich rennen, rennen, rennen.

Nach großen Hindernissen schnell mit einem Siegesgrunzen und Geschrei den Adrenalinpegel wieder erhöht um die Schmerzen, Kälte und brennende Lunge auszublenden.

Ab dem ersten Wasserloch ist mir alles egal und ich funktioniere nur noch und trabe in der braunen, triefenden, todgeweihten Masse Mensch dem Ziel, Wallhalla, entgegen.

Bei einigen Obstacles benötige ich die Hilfe meiner Bruderschaft. Einige Wände sind zu schmierig und ich zu erschöpft, um sie alleine zu meistern.

 

 

Ich kann nicht mehr! Egal, weiter geht es!

Ich laufe ab Kilometer 15 durch eine Sandgrube im knietiefen Schlamm. Dabei habe ich auf dem Rücken einen riesengroßen und unendlich schweren Sandsack. Jeden 2ten Meter liegt ein Berserker vor Schmerzen am Boden und dehnt sich die ausgelaugten Glieder. Auch ich merke, dass meine Muskeln versagen und Krämpfe einsetzen, als hätten mir 10.000 Klapperschlangen in die Wade gebissen.

Ich fühle mich schlecht. Ich würde gerne kotzen. Aber mein armseliger Körper hat schon jeden einzelnen Näherstoff in meinem Magen verbrannt, der nun leer wie das Konto von Boris Becker ist.

Ich sehe wie 2 junge Frauen mich überholen. Ich fühle mich so gedemütigt.

Ich stehe wieder auf. Dies durch den letzten funken Männlichkeit, der gekränkt wurde. Humpelnd geht es weiter. Meine Kameraden schreien mich an ,,Weiter, du Made!“.

Wie lange noch? Warum das alles? Wie konnte ich nur so behindert sein? Egal! Weiter, gleich bist du da!

 

 

Mehr tot als lebendig am Ziel

Mit letzter Kraft schleppe ich meinen halb verwesten Kadaver zur Zielgerade. Alles in mir will nur noch Entspannung nach 19 Kilometern und 49 Hindernissen. Nur noch das letzte Podest irgendwie hochrobben, dann ist es geschafft.

Als ob ich einen Drachen mit den bloßen Händen erwürgt habe, so fühle ich mich, als ich ins Ziel stolpere.

Mit meinen beiden Gefährten lächele ich noch schnell in eine Kamera und hole mir endlich mein Bier und das Finisher-Shirt ab. Dann legen wir uns auf die wunderbare, von Gott erschaffene, grüne, weiche Wiese ins Gras. Ich bin im Garten Eden angekommen oder Wallhalla. Ist auch egal. Die verkrampften Synapsen lassen aber nur einen bedingten Endorphinspiegel zu.

Aber Entspannen – liegen – nicht kalt – angekommen – geschafft. Das reicht mir aus.

Zum Duschen bin ich zu schlapp. Ich zieh mich notdürftig um, humpele zum Auto und merke erst jetzt wieviele Blasen sich an meinen Füßen gebildet haben. Der Fuß sieht aus, als hätte der Erfinder von Puffreis diese Inspiration benutzt.

Völlig wurscht.

 

Nach dem Lauf ist vor dem Lauf

In den nächsten Tagen geht es mir nicht sonderlich gut. Dies liegt einzig und allein an meiner inkonsequenten Vorbereitung inklusive der nicht vorhandenen richtigen Ernährung! Die Füße schmerzen und die Muskel haben einen Kater. Ich hätte mich besser vorbereiten sollen…

Aber das alles verfliegt schnell und ich bin unendlich stolz die Strecke, die Hindernisse und meinen Körper besiegt zu haben.

Mittlerweile sind wir auch schon bei Mud Masters gelaufen, der mit der richtigen Vorbereitung auch wesentlich besser gefluppt hat. Ganz ohne, dass ich nachher wie ein angeschossenes Bambi in der Gegend rumkrebsen musste.

Als nächstes planen wir einen „normalen“ Halbmarthon oder einen 100km Mammutmarsch. Noch ein Strong Viking oder Mud Masters klingt ebenfalls sehr verlockend.

Und schon bin ich wieder in der Vorbereitung…

 

Was denkt ihr darüber?

  • Kennt ihr solche Hindernis Strecken?
  • Hattet ihr bereits an solchen teilnehmen?
  • Was waren euren Erfahrungen?
  • Könnten wir auch Blut lecken?
  • Lasst es uns in den Kommentaren wissen!

 

 

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Vater, Ehemann und Fearless Warrior

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